Aktionsvideo der Tönnies- Blockade

Das Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie blickt in diesem Video auf die Tönnies-Blockade am vergangenen Wochenende zurück.

Der Druck Auf Tönnies wächst. Die Tierbefrei*innen Leipzig organisieren für den kommenden Samstag eine Demonstration zum Tönnies-Schlachthaus in Weißenfels.

Kommt vorbei und fordert auch ihr „Shut down Tierindustrie!“ – Schluss mit der Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur!

04. Juli: Tönnies-Schlachtfabrik besetzt

Copyright: Mike

Gestern haben 30 Aktivist*innen vom Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ das Dach der umstrittenen Tönnies-Schlachtfabrik in Rheda-Wiedenbrück sowie dessen Hauptzufahrtsstraße besetzt.

Sie fordern eine dauerhafte Schließung der Schlachtfabrik und die Abschaffung der Tierindustrie.

Eine Chronik zur Aktion findet ihr hier:
https://www.facebook.com/GemeinsamGegenDieTierindustrie/

Die Pressemitteilung des Bündnisses:
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/toennies-sc…/…

Vielen Dank an alle Aktivist*innen für diese medienwirksame Aktion!
Wir hoffen, alle sind wohlauf.

Solidarische Grüße

Aufruf zu Aktionstagen: Solidarität mit den Arbeiter*innen in der Tierindustrie

Aufruf vom Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie zu bundesweiten Aktionstagen vom 28.-31. Mai

Vom Donnerstag 28. bis Sonntag 31. Mai setzen wir ein Zeichen. Ein Zeichen der Solidarität mit den Schlachtfabrikarbeiter*innen, aber auch allen anderen Arbeiter*innen, die für die Gewinne einiger weniger unter widrigsten Umständen arbeiten müssen. Und wir setzen ein Zeichen unseres Protestes gegen die hemmungslose Ausbeutung von Tieren und der Natur im Namen des Profits.

Mit kreativen Aktionen vor Schlachthöfen und an öffentlichen Orten werden wir auf die Situation der Arbeiter*innen aufmerksam machen. Wir werden dabei auf unserer aller Gesundheit achten und Hygienemaßnahmen einhalten, aber nichtsdestotrotz unsere Spuren im öffentlichen Raum hinterlassen.

Unsere Forderungen
Mit unseren Aktionen verdeutlichen wir, dass jetzt folgende Sofortmaßnahmen dringend erforderlich sind:

  • Die Tierindustrie muss heruntergefahren werden, um eine weitere Ansteckungen mit Corona zu vermeiden.
  • Die Arbeiter*innen müssen bei Betriebsschließungen finanziell, sozial und gesundheitlich abgesichert werden – auf Kosten der Konzerne.
  • Den Arbeiter*innen muss, nicht nur jetzt, Wohnraum bereitgestellt werden, der eine würdige und den Erfordernissen der Corona-Situation genügende Unterbringung ermöglicht, z.B. in Hotels, Ferienwohnungen oder leerstehenden Wohnungen.

Doch die Arbeiter*innen sind nicht nur in Zeiten von Corona krassen Bedingungen ausgesetzt. Vielmehr werden die Arbeiter*innen von der Tierindustrie im Sinne der Profitmaximierung bis zum Äußersten ausgebeutet. Es braucht ein Ende der prekären Anstellung der Arbeiter*innen und damit eine Abschaffung von Werkvertrags- und Leiharbeit!

Darüber hinaus ist eine umfassende Agrarwende hin zu einer solidarischen und ökologischen Produktions- und Organisationsweise längst überfällig.

Tragen wir unseren Protest in die Öffentlichkeit

Zeigt euch solidarisch und macht an verschiedenen Orten auf die Ausbeutung der Arbeiter*innen in der Fleischindustrie aufmerksam: sei es durch das Aufhängen von Schildern und Transparenten, durch Kundgebungen an Orten der Ausbeutung (Schlacht- und Mastfabriken, Supermärkte, etc.), Fahrraddemos oder durch Kreidespuren in der Stadt. Lasst euren Ideen freien Lauf!

Ihr könnt uns eure geplanten Aktionen vorab mitteilen, dann machen wir darauf aufmerksam. Und postet gerne auf euren Kanälen unter den Hashtags #GemeinsamGegenTierindustrie und #SolidaritätStattFleischindustrie über eure Aktion! Bilder, Videos oder schriftliche Berichte könnt ihr dann nach der Aktion an unsere E-Mail-Adresse mail@gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org schicken, dann veröffentlichen wir das auch über unsere Kanälen.

Solange unsere Forderungen nicht erfüllt sind, geben wir keine Ruhe. Gemeinsam sind wir viele!

Mehr Infos unter https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/arbeiterinnen-aktionstag/

Bündnis noPAG kritisiert Corona-Demos

Dieser Kritik schließen wir uns an und teilen hier die Pressemiteilung des noPAG-Bündnisses:

„Wer sich für Grundrechte einsetzen will, kann nicht mit Neonazis und Antisemit*innen demonstrieren“

Das Bündnis noPAG, das in den letzten Jahren eine breite Protestbewegung gegen die grundrechtefeindliche Politik der bayerischen Landesregierung und das neue bayerische Polizeiaufgabengesetz angeführt hat, kritisiert die Kundgebungen der „Corona-Rebellen“ am vergangenen Samstag in der Münchner Innenstadt.

Bündnissprecherin Laura Pöhler: „Was wir da am Samstag erlebt haben ist erschreckend. Verschwörungstheorien und Shoah-Relativierungen wurden im Zentrum Münchens ungehindert verbreitet – und das ausgerechnet an jenem Wochenende, an dem wir die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 75 Jahren feiern. Die dort versammelte „Anti-Corona-Bewegung“ scheint in weiten Teilen kein Bedürfnis zu haben, sich gegenüber dem extrem rechten Spektrum abzugrenzen. Die Anmelderin Petra Kotthoff selbst verbreitet auf Facebook verschwörungsideologische und antisemitische Inhalte und bietet den Äußerungen des Propagandisten Ken Jebsen eine Plattform. Die extreme Rechte war von AfD bis Dritter Weg vertreten, was von etlichen der angeblich für Grundrechte eintretenden Teilnehmer*innen vehement verteidigt wurde. Wir kritisieren das entschieden und fordern all diejenigen, denen es tatsächlich um Grundrechte geht, auf, die Chatgruppen zu verlassen und nicht mehr an diesen verschwörungsideologischen Demonstrationen teilzunehmen.“

Frederick Heussner fügt hinzu „Auch der Umgang der Polizei ist bezeichnend. Während bei linken Kundgebungen trotz konsequentem Gesundheitsschutz schon für die kleinsten Übertretungen unverhältnismäßig durchgegriffen wird, gab es am Samstag trotz Corona einen Handshake mit Verschwörungsideologin Kotthoff.“

Pöhler weiter: „Natürlich gibt es auch in Corona-Zeiten etliche Gründe für Kritik und Protest. Die Lage in Geflüchtetenunterkünften ist menschenunwürdig und es besteht die reale Gefahr, dass die Grundrechtseinschränkungen nach Corona nicht zurück genommen werden. Auch sozial ist Corona mit erheblichen Härten verbunden. Der Pflegenotstand ist noch einmal verschärft und es sind besonders die Schwächsten die unter der Krise am Meisten leiden, während milliardenschwere Rettungspakete für klimafeindliche Autokonzerne beschlossen werden. Diese Themen kamen jedoch auf der Demonstration bezeichnenderweise nicht vor.“

Bündnissprecher Frederick Heussner ergänzt seine Kollegin: „All das lässt uns vom noPAG Bündnis zu dem Schluss kommen: Die Demonstrationen haben mit Grundrechten und Solidarität nichts zu tun. Vielmehr erinnern sie mit ihren „Wir sind das Volk“-Gesängen an PEGIDA, auch wenn der gemeinsame Nenner diesmal nicht Rassismus gegen Geflüchtete, sondern antisemitische Verschwörungsideologie ist. Wenn tausende Menschen 75 Jahre nach der Niederlage des Nationalsozialismus nichts Besseres zu tun haben, als mit Nazis und Antisemit*innen auf die Straße zu gehen und sich mit den Opfern der Shoa zu vergleichen, sind sie definitiv Teil des Problems, nicht Teil der Lösung.“

Corona bei Wiesenhof in Straubing-Bogen

Nach Corona-Ausbrüchen in Schlachtfabriken in mehreren Bundesländern sind nun auch in Bayern Infektionen bekannt: Elf Mitarbeiter der Donautal-Geflügelspezialitäten GmbH in Bogen (Landkreis Straubing-Bogen), ein Betrieb der PHW-Gruppe bekannt unter dem Namen Wiesenhof, wurden positiv getestet. Rund 1.000 Beschäftigte werden deshalb nun untersucht.

Noch am Wochenende hatte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums betont, in Bayern habe es in Schlachtfabriken bisher keine „Ausbruchssituation“ gegeben. Daher sei keine Überprüfung von Mitarbeiter*innen in Schlachtbetrieben auf eine Infektion mit dem Coronavirus nötig. Das Landratsamt Straubing-Bogen wusste nach eigenen Angaben aber schon seit Freitag von den Corona-Fällen bei Wiesenhof in Bogen. Somit hatte das Landratsamt erst verspätet die Information an das Gesundheitsministerium weitergegeben.

Leidtragende sind in erster Linie die Beschäftigten und hier vor allem die Werkvertragsarbeiter*innen meist Arbeitsmigrant*innen aus Osteuropa, die trotz des Ausbruchs weiterhin zur Arbeit in die Schlachtfabrik kommen sollen. Denn der Betrieb soll ja weiterhin Profit abwerfen und keinesfalls im Sinne des Gesundheitsschutzes für alle geschlossen werden. Hier zeigt sich wieder sehr offensichtlich, nach welchen Interessen Entscheidungen getroffen werden, ob dabei weitere Menschen in dem Betrieb aufgrund fehlender Maßnahmen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt werden und dann an Covid-19 erkranken, ist der Führung von PHW völlig egal.

Nach Hunderten Infizierten Mitarbeiter*innen an mehreren Standorten werfen Medien, Initiativen und Gewerkschaften den Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieben fehlenden Gesundheitsschutz in der Corona-Krise und unzureichende Arbeits- und Lebensbedingungen der meist ausländischen Beschäftigten mit Werk- und Leihverträgen vor.

Dabei waren die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitsmigrant*innen in der Fleischindustrie bereits vor Sars-Cov-2 bekannt und wurden kritisiert. Geändert hat sich bisher wenig bis nichts.

Das ist ein Skandal!

Deshalb muss die Tierindustrie heruntergefahren werden, um weitere Ansteckungen mit Corona zu vermeiden. Die Schlachtbetriebe müssen sofort geschlossen werden, die Arbeiter*innen müssen bei Betriebsschließungen finanziell, sozial und gesundheitlich abgesichert werden auf Kosten der Konzerne. Den Arbeiter*innen muss Wohnraum bereitgestellt werden, der eine menschenwürdige und den Erfordernissen der Corona-Situation genügende Unterbringung ermöglicht und zwar auf Dauer.

Quellen:

https://www.pnp.de/nachrichten/bayern/Corona-bei-Wiesenhof-Droht-Straubing-Bogen-nun-erneuter-Lockdown-3681362.html

https://www.br.de/nachrichten/bayern/corona-ausbruch-in-schlachthof-mit-1-000-mitarbeitern,RymJFv1

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/corona-krise-deutschlands-schlachthoefe-sind-zu-hotspots-geworden-a-00212d07-5546-4edd-9040-22ec848409c9

https://arbeitsunrecht.de/zustaende-in-der-fleischindustrie-werkvertraege-oder-illegale-arbeitnehmerueberlassung/

Die Corona-Pandemie und die Fleischindustrie: Das Corona-Virus breitet sich in Schlachtfabriken aus

Anfang April forderte ein breites Bündnis von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsinitiativen in einem dringenden Apell die Ergreifung von Maßnahmen, um Arbeitsmigrant*innen vor der Infektion mit Corona zu schützen.

„Die Wirklichkeit sind immer noch überbelegte Sammelunterkünfte und Sammeltransporte zur Arbeit in vollgestopften Bullis und Bussen“, sagt Guido Grüner von der ALSO e. V. Oldenburg. „Um die Vorgabe „Eine Person in einem Zimmer“ umzusetzen, muss man sofort Alternativen finden zu Massenunterkünften. Freie Hotelkapazitäten sind eine Option.“

Der Appell wurde ignoriert und es kam, wie es kommen musste: In drei Schlachtfabriken von Vion, Westfleisch und Müller-Fleisch haben sich insgesamt hunderte Arbeiter*innen mit Corona infiziert. Solange entsprechende Schutzmaßnahmen nicht erfüllt werden, ist mit weiteren Ausbrüchen zu rechnen.

Mehr dazu auf dem Watchblog vom Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie: https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/tag/corona/

Außerdem hat ein Aktivist, der bei dem Bündnis GGDT aktiv ist, dem Anarchistischen Hörfunk Dresden ein Interview über die Corona-Auswirkungen auf die Tierindustrie und die aktuellen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen gegeben:

https://and.notraces.net/…/anarchistische-blickwinkel-zur-c…

Weitere Infos zu dem Thema:

Corona in Spanien: Gewerkschaft verklagt Fleischkonzern
In Spanien verklagt die CNT (die spanische Schwestergewerkschaft der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union, FAU), das Unternehmen Litera Meat des Fleischkonzerns Pini-Gruppe. Der Anlass: In Betrieben des Unternehmens sind hunderte Arbeiter*innen an Corona erkrankt.

https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/corona-in-sp…/

Corona: Staatliche Hilfen für die Tierindustrie
Die Tierindustrie mit ihrer enormen wirtschaftlichen und politischen Macht kann sich staatlicher Unterstützung in Zeiten von Corona sicher sein.

https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/corona-staat…/

Tierbefreiung bei Wiesenhof

„Sechs Tiere zu befreien rettet sechs Leben. Aber ich persönlich möchte in einer Welt leben, in der das gar nicht mehr notwendig ist. Diese Welt können wir gemeinsam erschaffen, indem wir mit vereinten Kräften Druck auf Konzerne und die Politik ausüben.“

Wir waren gemeinsam mit der Youtuberin Pia Kraftfutter in einer Mastanlage, wo Hühner für die PHW-Gruppe gehalten werden, und haben sechs Hühner befreit.

Auf dem Youtube-Kanal von Pia Kraftfutter und von ARIWA wurden dazu Videos veröffentlicht:

s. auch
https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/tierbefreiun…/

17. April 2020: Internationaler Tag des kleinbäuerlichen Widerstands

***** for english see below ****

Wir teilen hier den Aufruf von Via Campesina und Nyéléni:

Der 17. April rückt näher und die Covid-19-Pandemie fordert uns erneut heraus, unser Wirtschaftsmodell im Kern zu überdenken und die Wichtigkeit der Ernährungssouveränität zu erkennen.

Am 17. April 1996 wurden Mitglieder der Bewegung der landlosen Arbeiter*innen MST von der Militärpolizei des Bundesstaates Pará ungestraft erschossen. Dieser Vorfall schockierte die ganze Welt und löste vor allem in ländlichen Gemeinden massive Ressentiments aus. La Via Campesina reagierte mit Solidaritätsaktionen und Forderungen nach Gerechtigkeit und mobilisierte bäuerliche Gemeinschaften nicht nur in Brasilien oder Lateinamerika, sondern in der ganzen Welt. Sie erklärte den 17. April zum „Internationalen Tag der bäuerlichen Kämpfe“, um den bäuerlichen Widerstand in der Erinnerung lebendig zu halten.

Aufgrund der massiven Abriegelung in vielen Ländern aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus rufen wir in diesem Jahr zu kreativen Mobilisierungen auf.

Dieser internationale Tag des bäuerlichen Widerstandes ist eine gute Gelegenheit, lokale, nationale und regionale Entscheidungsträger*innen und unsere Mitbürger*innen an die zentrale Rolle der Landwirt*innen in der Herstellung gesunder und frischer Lebensmittel zu erinnern.

Die Nyéléni-Bewegung für Europa und Zentralasien (Nyéléni ECA) startet deshalb eine virtuelle Kampagne im Rahmen eines Aufrufs von La Via Campesina (LVC) unter dem Motto #StayHomeButNotSilent.

Mehr Infos unter:
http://nyeleni.de/…/aktionsaufruf-stayhomebutnotsilent-in-…/
https://viacampesina.org/…/april-17-2020-international-day…/

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We share here the call of Via Campesina and Nyéléni:

As April 17th approaches, the Covid 19 pandemic challenges us once again to rethink the core of our economic model and to recognise the importance of food sovereignty.

On April 17, 1996, members of the landless workers‘ movement MST were shot dead with impunity by the military police of the state of Pará. This incident shocked the whole world and provoked massive resentment, especially in rural communities. La Via Campesina responded with solidarity actions and demands for justice, mobilizing peasant communities not only in Brazil or Latin America, but all over the world. It declared 17 April as the „International Day of Peasant Struggles“ to keep the peasant resistance alive in the memory.

Because of the massive blockade in many countries due to the spread of the corona virus, this year we call for creative mobilisations.

This international day of peasant resistance is a good opportunity to remind local, national and regional decision-makers and our fellow citizens of the central role of farmers in the production of healthy and fresh food.

The Nyéléni Movement for Europe and Central Asia (Nyéléni ECA) is therefore launching a virtual campaign as part of an appeal by La Via Campesina (LVC) under the slogan #StayHomeButNotSilent.

More information:
http://nyeleni.de/…/aktionsaufruf-stayhomebutnotsilent-in-…/
https://viacampesina.org/…/april-17-2020-international-day…/

DNA-Verfahren: Speichelprobe bei KgT-Aktivist entnommen!

Repression ist auch während Corona-Zeiten ein Thema.
Wir verurteilen das Vorgehen der Repressionsorgane und auch wir fordern die sofortige Löschung der gespeicherten Daten.

Solidarische Grüße an den Genossen der KgT!
Unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Wir teilen hier den Beitrag der KgT:

„Nach knapp zweieinhalb Jahren bundesweiter Fahndung ist es der Braunschweiger Polizei nun doch noch gelungen, die DNA-Abnahme bei unserem Genossen André durchzuführen. Als dieser in der Innenstadt unterwegs war und vor dem Braunschweiger Rathaus ein vom Wind verwehtes Transparent – was im Rahmen des bundesweiten Aktionstages #LeaveNoOneBehind zur Solidarität mit Geflüchteten aufrief – wieder ordentlich an den Eingang des Rathauses anbringen wollte, kamen sofort drei Streifenwagen und ein Ordnungsamt-Fahrzeug angefahren. Unserem Genossen wurde dann vorgeworfen einen Kreidespruch für die Aufnahme von geflüchteten Menschen auf den Gehweg geschrieben zu haben. Für die Polizei Grund genug eine Personalienkontrolle bei ihm und anderen umstehenden Menschen durchzuführen. Dabei bemühten sich die Beamt*innen auch nicht groß um einen Coronabedingten Sicherheitsabstand, sondern schienen gerade in diesen Zeiten ein ganz besonderes Nähebedürfnis zu haben.  Nach der Kontrolle wurde er verhaftet und zur DNA-Abnahme mit zum KDD (Kriminaldauerdienst) genommen. Nach circa einer Stunde in Gewahrsam wurde ihm dort eine Speichelprobe entnommen und er wurde wieder entlassen. Wir verurteilen diese Kriminalisierung und fordern die Löschung der gespeicherten Daten!

Hintergrund:

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig beantragte bereits im September 2015 die DNA-Abnahme: Begründung für diese ist laut Staatsanwaltschaft deren Annahme, dass gegen André zukünftig „Strafverfahren von erheblicher Bedeutung“ im Rahmen seines politischen Engagements gegen die Agrar-/Tierindustrie zu führen wären. Nach Versuchen die DNA unseres Genossen ohne rechtliches Gehör abzunehmen, wurde nach einigem rechtlichen hin und her bereits am 27ten Oktober 2017 ein Termin bei der Polizei für die DNA-Abnahme angesetzt. Dieser Termin wurde aber nicht wahrgenommen, woraufhin eine bundesweite Fahndung startete um die DNA-Abnahme zu erzwingen.“