Schadensersatzforderung von Tönnies: 11. März. Alle nach Braunschweig!

+++ 11. März 2021: Verhandlung in Braunschweig +++

Kriminell ist das System-Tönnies und nicht der Widerstand dagegen

+++ Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung +++

Kundgebung: 12.30 vor dem Landgericht Braunschweig, Münzstraße 17

Solidarische Prozessbegleitung: 13.30 im Landgericht Braunschweig, Münzstraße 17

Am 19. Oktober 2019 blockierten zahlreiche Aktivist*innen der Gruppe Tear down Tönnies, eine Schlachtfabrik des größten Fleischkonzerns Europas in Kelling Husen in Schleswig Holtstein. Dort werden täglich bis zu 6.000 Schweine geschlachtet. Tönnies gibt an, dass durch die Aktion ein Schaden von knapp 40.000 € entstanden sei. Seit Juli 2020 versucht der Konzern das Geld von einigen Aktivist*innen einzutreiben. Nachdem diese sich weigerten Geld an ein Unternehmen zu zahlen, das verantwortlich für die extreme Ausbeutung von Arbeiter*innen, Klimakrise, Naturzerstörung und Gewalt an Tieren ist, versucht Tönnies die Forderung gerichtlich durchzusetzen.

Tönnies hat veranlasst das die Verfahren aufgesplittet werden und es somit zahlreiche einzelne Verfahren an den jeweiligen Wohnorten der Aktivist*innen gibt. Die einzelnen Gerichte werden darüber zu entscheiden haben, ob dies ein Missbrauch der Prozessordnung durch Tönnies darstellt.

Tönnies hat mittlerweile die Klage um eine Unterlassensforderung ergänzt und offenbart damit, worum es ihm bei der Klage eigentlich geht. Es geht nicht um den Ausgleich eines (bisher nicht belegten) Schadens, sondern um die Unterbindung weiterer kraftvoller Aktionen und die Abschreckung von Aktivist*innen.

Die Versuche der Einschüchterung von Kritikerinnen hat bei Tönnies bereits Tradition. So wurden auch schon Gewerkschaften und Aktivist*innen, die sich für die Rechte der von Tönnies ausgebeuteten Arbeiter*innen einsetzten, mit Unterlassensklagen überzogen.

Doch wir haben mehr zu verlieren als 40.000 Euro. Wir können nicht weiter zulassen das Konzerne, wie Tönnies, die Lebensgrundlage auf unserem Planten vernichten. Menschen, Tiere und die Natur ausbeuten und zerstören. Deshalb kann unsere Antwort nur lauten, den Protest fortzusetzen und zu intensivieren. Unterstützt uns dabei!

Wir fordern ein Ende der Ausbeutung durch Konzerne wie Tönnies!
Wir fordern einen Ausstieg aus der Tierindustrie!
Wir fordern eine längst überfällige Agrarwende hin zu einer solidarischen und biologischen Landwirtschaft! Tönnies enteignen!

Kommt alle zur Kundgebung, nehmt an der Verhandlung teil und solidarisiert euch mit den Aktivist*innen.

Die Kundgebung wird mit Abstand sowie Mund- und Nasenbedeckung durchgeführt

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Wir rechnen mit zahlreichen weiteren Gerichtsterminen bei denen Prozess-
und Anwaltskosten auf uns zukommen werden.

Unterstütze uns mit einer Spende!

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Hintergrund:

Zuletzt stand das Unternehmen Tönnies durch die hohe Zahl an
Corona-Infektionen an seinem Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück
(Nordrhein-Westfalen) in den Schlagzeilen. Mehr als 1.300 Arbeiter*innen
des größten Schlachthofs Europas hatten sich mit dem Virus Covid-19
infiziert. Grund dafür war der Mangel an Schutzmaßnahmen vonseiten des
Unternehmens. Es kam zu einem Lockdown des Kreises Gütersloh und zu
einer vierwöchigen Schließung des Schlachtbetriebs.

Doch bereits vor der Corona-Krise stand Tönnies regelmäßig negativ in den Schlagzeilen: Die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischindustrie sind seit vielen Jahren bekannt. Und auch für andere Krisen trägt der Tönnies-Konzern eine Mitverantwortung: Die Klimakrise schreitet immer weiter voran, dabei verursacht die Tierproduktion etwa ein Sechstel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Nitratverseuchung des Grundwassers, Antibiotikaresistenzen sowie die Abholzung des Regenwaldes für Futtermittelimporte sind nur einige weitere negative Folgen der Tierproduktion. Die grausame Ausbeutung und Gewalt gegen Tiere ist ebenfalls bekannt und dokumentiert, doch selbst kleinste Versuche der Verbesserung der Lebensbedingungen für die Tiere scheitern am Widerstand der Fleischindustrie und allen voran des größten Players Tönnies,

In NRW beantragt Tönnies Geld für seinen selbstverschuldeten Betriebsausfall vom Staat und in SH werden Aktivist*innen zur Kasse gebeten. Dass dies in einer Zeit passiert, in der die Tierindustrie noch nie so breit und kritisch diskutiert wurde und der Widerstand vor den Schlachthoftoren stetig wächst, ist kein Zufall. Diese dreisten Geldforderungen lassen sich als Reaktion eines schlechten Verlierers verstehen. Dies dürfen wir uns nicht gefallen lassen.

Tear Down Tönnies.