Kritik an Organisator_innen der Veganmania

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Stellungnahme von Mastanlagen Widerstand zur Veganmania und zur Absage der Teilnahme am 25.6.2016 in München

Am Samstag den 25.6.2016 fand am Münchner Stachus die Veganmania statt. Diese wird seit vielen Jahren in immer mehr Städten von unterschiedlichen Gruppen und Einzelpersonen organisiert. Grundsätzlich sehen wir vegane Straßenfeste als eine geeignete Plattform, um unsere politischen Inhalte und Arbeit vorzustellen, denn sie bieten eine Möglichkeit, Menschen in einer „positiven“ Atmosphäre mit Kritik an Tiernutzung in Kontakt zu bringen.

Wir können allerdings nicht auf Festen mitfeiern, auf denen eine Offenheit gegenüber verschwörungstheoretischen, antisemitischen, rassistischen oder rechten Positionen geduldet oder gar akzeptiert wird. Zumal eben dieses Verhalten ein gesellschaftliches Klima schafft, in dem eine AfD erstarkt und in dem Heidenau, Freital, Solingen, Hoyerswerda und Mölln stattgefunden haben und auch morgen wieder stattfinden können.

Als antifaschistische Tierbefreiungsgruppe sehen wir vertretene Organisationen wie SeaShepherd oder die Partei M.U.T. [1] als Teil der „Hauptsache für die Tiere“ Fraktion. Diese gilt es unbedingt für ihre Offenheit gegenüber rechten und Verschwörungstheoretischen Inhalten und mangelnde Selbstreflexion zu kritisieren. Zum aktuellen Zeitpunkt ist deshalb absolut keine Zusammenarbeit bzw. Teilnahme an den gleichen Veranstaltungen möglich.

So nutzt SeaShepherd ein Schiff, das von der „Brigitte Bardot Foundation“ finanziert und nach der bekennenden Rassistin benannt wurde, z. B. beim Hamburger Hafenfest offensiv für Werbezwecke und PR-Arbeit. [2] Die französische Schauspielerin und Tierschützerin wurde mehrfach wegen Anstiftung zum Rassenhass verurteilt und ist mit einem Mitglied der rechtspopulistischen Partei „Front National“ verheiratet. Gleichzeitig distanziert sich SeaShepherd Deutschland von dieser Person und deren rassistischer Einstellung. Diese Vorgehensweise ist alles andere als glaubwürdig. Es ist wohl auch bezeichnend für die Widersprüchlichkeit dieser Organisation, dass sie auf der einen Seite einen sehr erfolgreichen Kampf gegen das Töten von Walen führt, andererseits aber seit Jahrzehnten einen Personenkult um ihren Captain Paul Watson mit menschenfeindlichen Positionen betreibt. [3-5]

Die Vorwürfe gegen die oben genannten Akteure, sowie deren unzureichende und unglaubwürdige Distanzierungsbekundungen sind alles andere als neu und nichts desto trotz aktuell.

Generell lässt sich in den letzten Jahren feststellen, dass die Veganmania immer wieder von Personen der Verschwörungsideologieszene als Plattform genutzt wird. So traten sowohl in München als auch in Regensburg Kilez More und Morgaine auf. Beide sind bekennende Montagsmahnwachenvertreter*innen, die in ihren Texten offensichtlich antisemitische und verschwörungstheoretische Inhalte propagieren. [6]

Zudem ist im Organisationsteam der Veganmania die Querfrontaktivistin Anita Krieger aktiv, die wissentlich mit Nazis und Rassist*innen zusammenarbeitet. [7] So organisiert Anita Krieger (TierrechteAktiv e.V.) nicht nur die Veganmania Regensburg, sondern war auch Hauptorganisatorin der dortigen Montagsmahnwachen, die in der Öffentlichkeit wegen ihrer Rechtsoffenheit stark kritisiert wurden. Auf ihrem Facebookaccount finden sich diverse Posts und Verlinkungen zu RT-deutsch, KenFM und dem Compact-Magazin, dessen Chefredakteur Jürgen Elsässer ist. Bei dieser Zeitschrift handelt es sich um ein Querfront-Magazin, das verschwörungsideologische, rassistische und rechtspopulistische Inhalte verbreitet. [8-10]

Wir halten es für absolut notwendig sich von Personen der Querfront zu distanzieren und ihnen keine Plattform zu bieten, weder auf veganen Straßenfesten noch sonstwo. Als Teil der emanzipatorischen Tierbefreiungsbewegung sehen wir es als grundlegend an, die Gesamtheit von Unterdrückungsmechanismen zu betrachten und zu bekämpfen und sich folglich nicht auf ein Thema zu beschränken.
Andere Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung, wie Rassismus, Sexismus und Antisemitismus dürfen nicht ausgeblendet oder gar genutzt werden um vermeintlich dem Ziel, der Befreiung der Tiere näher zu kommen.

Zum Zeitpunkt unserer Anmeldung eines Infostands auf der Veganmania in München lagen uns die Informationen über weitere beteiligte Gruppen nicht vor. Wir haben uns aufgrund der oben genannten Gründe dazu entschieden nicht an der Veganmania München 2016 und auch an keinen weiteren Veganmanias mehr teilzunehmen und rufen auch andere Gruppen dazu auf, ihre Teilnahme an diesen Veranstaltungen zu überdenken, um dem zunehmenden Einfluss von rechten Positionen und Gruppen in der Tierrechtsbewegung entgegen zu treten.

[1] http://jungle-world.com/artikel/2015/03/51247.html
[2] http://www.abendblatt.de/…/Sea-Shepherd-Die-Meereskrieger-h…
[3] http://akduell.de/…/sea-shepherd-zwischen-reality-tv-und-r…/
[4] https://linksunten.indymedia.org/de/node/129770
[5] https://linksunten.indymedia.org/de/node/139366
[6] http://blog.zeit.de/…/verschwoerungstheorien-und-antisemiti…
[7] http://www.gj-regensburg.de/offener-brief-die-veranstalte…/-
[8] http://www.compact-online.de/author/je/
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Compact_(Magazin)
[10] https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Els%C3%A4sser